Die Empuse

Empusa pennata

Fotografiert in Süd-Frankreich. Hier handelt es sich um eine Larve, die Adulti sehen doch noch etwas anders aus. Der Name stammt übrigens aus der griechischen Mythologie, Empusa ist eine weibliche Spukgestalt bzw ein Schreckgespenst. Sagt Wikipedia. Und ich finde, das passt!

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1 Jahr nach Guttenberg: Andreas Fischer-Lescano bilanziert

Andreas Fischer-Lescano hat den Fall Guttenberg ins Rollen gebracht. Er publizierte damals eine Rezension über Guttenbergs Doktorarbeit mit der er den Anstoß zur genaueren Überprüfung gab.

In “Blätter für deutsche und internationale Politik” blickt Fischer-Lescano jetzt zurück auf die Casa Guttenberg und zieht Bilanz. Ich muss “Copy, Shake, and Paste” zustimmen, dass dies in tendenziell eher schwierig zu lesender Sprache geschieht; trotzdem möchte ich mich der Leseempfehlung uneingeschränkt anschließen.

Die Analyse der momentanen Position der Rechtswissenschaften, ihrer Strukturen, Verbindungen und Probleme erscheint mir sehr treffend. Viele der angesprochenen Punkte sind meiner Ansicht nach übrigens in ähnlicher Form auch in den Naturwissenschaften zu beobachten (wenn auch die Entwicklungen nicht auf dem selben Stand sein mögen), und schon alleine das macht den Text für ein breiteres Publikum empfehlenswert.

Guttenberg oder der “Sieg der Wissenschaft”?

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Achtung: Gott hasst Rennechsen!

Cnemidophorus tesselatus

Quelle

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Neue Zwerge aus Madagaskar

ResearchBlogging.orgMadagaskar ist für Chamäleon-Liebhaber ein Traum. Gut die Hälfte aller weltweit beschriebenen Arten kommt hier vor, und alle sind natürlich endemisch (d.h., es gibt sie nur hier). Jetzt sind weitere hinzugekommen, und zwar vier Zwerge aus der Gattung Brookesia. Einer davon, B. micra, kann getrost zu den kleinsten Amnioten der Welt gezählt werden: Adulte Männchen erreichen eine maximale Kopf-Rumpf-Länge von 16 mm!

Glaw F, Köhler J, Townsend TM, Vences M (2012) Rivaling the World's Smallest Reptiles: Discovery of Miniaturized and Microendemic New Species of Leaf Chameleons (Brookesia) from Northern Madagascar. PLoS ONE 7(2): e31314. doi:10.1371/journal.pone.0031314

Brookesia micra. Glaw F, Köhler J, Townsend TM, Vences M (2012) Rivaling the World's Smallest Reptiles: Discovery of Miniaturized and Microendemic New Species of Leaf Chameleons (Brookesia) from Northern Madagascar. PLoS ONE 7(2): e31314. doi:10.1371/journal.pone.0031314

Auch die anderen neuen Arten, B. tristis, B. confidens und B. desperata sind nicht gerade Riesen.

Die neuen Arten: (A) Männchen und (B) Weibchen von Brookesia tristis; (C) Männchen und (D) Weibchen von Brookesia confidens; (E) Männchen und (F) Weibchen von Brookesia micra; (G) Männchen und (H) Weibchen Brookesia desperata Quelle:doi:10.1371/journal.pone.0031314.g010

Die neuen Arten: (A) Männchen und (B) Weibchen von Brookesia tristis; (C) Männchen und (D) Weibchen von Brookesia confidens; (E) Männchen und (F) Weibchen von Brookesia micra; (G) Männchen und (H) Weibchen Brookesia desperata Quelle:doi:10.1371/journal.pone.0031314.g010

Ihre Namen wurden übrigens mit Blick auf ihre Zukunftsaussichten gewählt:

The species epithet is an adjective derived from the Latin “tristis” meaning “doleful”, “sad”, “sorrowful”, and refers to the fact that the entire known range of this species (Montagne des Français) suffers from severe deforestation and habitat destruction despite recently being declared as a nature reserve.

Ähnlich sieht es für B.desperata aus, nur für B. confidens blicken die Forscher eher zuversichtlich in die Zukunft:

The species epithet is an adjective derived from the Latin “confidens” meaning “confident”, “trusting”. The known range of the species is supposedly a well protected nature reserve with apparently limited habitat destruction. Furthermore, this area might benefit from natural protection by the tsingy limestone formations which are difficult to access, thus giving hope for the species’ survival.

Neben molekularen Methoden (Gene aus Kern und Mitochondrien) haben die Taxonomen auch morphologische und morphometrische Merkmale herangezogen. Eine Besonderheit der Schuppenkriechtiere (Squamata) sind die paarigen Kopulationsorgane, die Hemipenes (natürlich bei den Männchen, bei den Weibchen finden sich analog Hemiclitores). Die Hemipenes werden oft zur taxonomischen Einordnung herangezogen, da sie auch bei sehr ähnlichen Arten eine eindeutige, artspezifische Form haben, oftmals mit bizarr anmutenden Haken und Papillen (der Fachmann spricht tatsächlich von ‘Ornamenten’). Aus diesem Grund werden die Penes auch vor der Konservierung der Belegexemplare ausgestülpt.

Hemipenes aus der Brookesia minima Gruppe. Quelle:doi:10.1371/journal.pone.0031314.g006

Hemipenes aus der Brookesia minima Gruppe. Quelle:doi:10.1371/journal.pone.0031314.g006

Entsprechend gibt es bei den Charakteristika der neuen Arten auch einen Abschnitt ‘Genitalmorphologie’. Der liest sich im Fall von B. micra so:

Genital morphology.— Everted hemipenes of this species are available for three specimens (holotype ZSM 2181/2007, paratypes ZSM 2183/2007, ZSM 2185/2007). Each hemipenis is an elongated, relatively wide tubular structure. Apex and truncus are devoid of any ornaments. In the holotype, hemipenis length is 2.4 mm and maximum hemipenis width is 0.9 mm. When fully everted, the most characteristic feature is the apex which is a flat surface distally forming a symmetrical comb of six large, rounded papillae, of which the two inner ones are largest, followed by the two intermediate ones, whereas the outer ones are merely two slightly elevated knobs, recognizable only in fully everted organs. In general, this comb of papillae is not visible in hemipenes that are not fully everted, different from the spines of, e.g., B. peyrierasi that typically are also visible in incompletely everted organs. All three examined specimens have one hemipenis fully everted, the second one only partially everted. The organs are largely transparent, and the central retractor muscles can be easily seen through the outer hemipenial integument (Fig. 6).

Zu jeder neuen Artbeschreibung gehört eine notwendige, wenn auch eher unschöne Pflicht: Mindestens ein Individuum muss als Holotypus konserviert werden, und soll eine gewisse Variation der artlichen Merkmale dokumentiert werden sind weitere Paratypen notwendig.

Holotypen der neuen Brookesia. Quelle: doi:10.1371/journal.pone.0031314.g007

Holotypen der neuen Brookesia. Quelle: doi:10.1371/journal.pone.0031314.g007

Mir fällt jedesmal auf, wie schnell die eingeschnapsten Exemplare an Schönheit und Faszination einbüßen, und dafür müssen sie noch nicht mal Jahrzente konserviert sein. Dann sind sie meist farblos oder zeigen merkwürdige Färbungen, die mit dem lebenden Tier so gar nichts mehr gemein haben. Das trifft hier allerdings nicht zu, die gezeigten Holotypen sind recht frisch fotografiert. Trotzdem geben sie ein eher trauriges Bild ab…. lebend sind sie einfach am schönsten!

Glaw, F., Köhler, J., Townsend, T., & Vences, M. (2012). Rivaling the World’s Smallest Reptiles: Discovery of Miniaturized and Microendemic New Species of Leaf Chameleons (Brookesia) from Northern Madagascar PLoS ONE, 7 (2) DOI: 10.1371/journal.pone.0031314

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Bologna-Blüten

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Invasionsabwehr in Australien: Angewandte Ökologie oder zuviel Simpsons gesehen?

ResearchBlogging.orgDavid Bowman ist Professor an der School for Plant Science der University of Tasmania. Und ein Fan der Simpsons. Das könnte man zumindest vermuten, liest man seinen Kommentar in Nature. Dort präsentiert er seine radikalen Vorschläge zur Lösung von Australiens ökologischen Problemen, und die erinnern stark an eine Simpsons-Folge, nämlich an “Bart brütet was aus“. Was Bart ausbrütet sind Echsen, die sich in der Folge rasch ausbreiten und eine Plage werden (und nebenbei die Tauben aus dem Stadtbild tilgen). Um dieser invasiven Art Herr zu werden, sollen in Springfield schließlich Gorillas ausgesetzt werden, die gelernt haben Schlangen zu fressen (die Schlangen fressen vorher die Echsen). Kommt der Winter, erfrieren die Gorillas und alles ist wieder im Lot. Soviel zur Problematik invasiver Neozoen in der Popkultur…

Tatsächlich hat Professor Bowman einen vergleichbar radikalen Vorschlag gemacht. Er möchte die an verschiedenen Punkten aus den Fugen geratenen Nahrungsnetze wieder stabilisieren und problematische Invasoren bekämpfen, und zwar durch angewandte Ökologie. Wobei man, je nach Standpunkt, auch sagen könnte, er hat aus den bisherigen Fehlern nichts gelernt. Vielleicht ist aber in Australien sowieso schon alles zu spät… aber ich greife vor.

Ein problematischer Invasor ist das ‘gamba grass’, Andropogon gayanus. Ursprünglich als Weidegras eingeführt, wird es schnell zu gross für alle Känguruhs, und letztlich auch für Rindviecher. Außerdem entstehen durch dieses Gras Buschfeuer in höherer Intensität, an die die heimischen Gehölze nicht angepasst sind. Unter dem Einfluss dieser intensiveren Feuer wandeln sich bewaldete Gebiete zu Graslandschaften. In der Heimat von Andropogon gayanus gibt es selbstverständlich Tiere die es problemlos verspeisen. Zum Beispiel Elefanten. Und Nashörner. Und genau diese, so Bowman, solle man doch in Australien ansiedeln. Diese Art der Bekämpfung sei praktischer und billiger, außerdem helfe man so noch bedrohten Arten.

Er schlägt übrigens auch vor, die Nische der grossen Reptilienprädatoren wieder zu besetzen, und zwar um Schweine und Füchse zu bekämpfen. Was in diesem Fall ein Job für den Komodowaran ist.

Es stellt sich nun die Frage, wie man diese Idee nun bewerten soll: Radikal ist sie ohne Frage, das gibt Bowman auch selber zu. Sind sie aber praktikabel? Hat man aus den vielen, vielen anderen invasiven Arten nichts gelernt? Immerhin ist der Ideengeber vom Fach, sollte man meinen. Was mir aber zu denken gibt: Mit keinem Wort erwähnt er die Agakröte (Rhinella marina), und auch diese sollte ursprünglich per Nahrungsaufnahme Schädlinge kontrollieren. Da könnte man zumindest eine Einlassung zu den Unterschieden der trophischen Beziehungen zwischen den Kröten und ihrer Nahrung und den Dickhäutern und ihrer Nahrung erwarten. Oder anders gesagt: Warum soll mit den Elefanten gelingen, was mit der Kröte absolut schief gelaufen ist? Denn auch Elefanten fressen nicht ausschließlich Gras.

Bowman, D. (2012). Conservation: Bring elephants to Australia? Nature, 482 (7383), 30-30 DOI: 10.1038/482030a

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Boykott gegen Elsevier

Wissenschaftler auf der ganzen Welt rufen im Web unter The Cost of Knowledge zum Boykott des Wissenschaftsverlages Elsevier auf (etwas zum Hintergrund siehe hier). Während ich diese Zeilen schreibe, haben bereits 3021 Personen gezeichnet.

Initiator ist Timothy Gowers, Mathematiker an der Universität Cambridge (UK). Auf seinem Blog erläutert er dezidiert die Gründe und den Ansporn für den Boykott .

Die Reaktion von Elsevier selber fallen bislang eher spärlich aus, lediglich bei Science kann man von einer erwartungsgemäß stereotypen Reaktionen lesen:

A spokesperson for Elsevier declined to answer questions, but the company sent ScienceInsider a written statement yesterday saying that its price increases “have been among the industry’s lowest for the past ten years,” and that Elsevier has made several other efforts to increase access to its information [...]

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