Zu den wichtigsten imkerlichen Methoden gehört die Gemülldiagnose. Moderne Beuten sind unten offen, ein bienendichtes Gitter lässt den Bienen aber nur das Flugloch als Ein- und Ausgang. Unter dem offenen Gitterboden ist eine Schublade bzw ein Brett plaziert, die “Windel”. Auf der sammelt sich sämtlicher Abfall (hier durchaus wörtlich zu verstehen) des darüber wohnenden Bienenvolkes.
Der Müll eines Bienenvolkes erlaubt nun Rückschlüsse auf Zustand und Aktivität, und das ohne das man die Tiere weiter stören muss.
Hier ein Auschnitt einer Windel von letztem Freitag:

Die vielen Krümel stammen von Wachs mit dem Futterwaben verschlossen waren, ich weiss also dass die Bienen reichlich Vorräte verbraucht haben. Ausserdem sieht man frisch eingetragenen Pollen (der orange Ballen mit der körnigen Struktur), ein Hinweis auf aktuelle Sammeltätigkeit und zu versorgende Brut. Letzteres wird natürlich durch die zwei Bieneneier (imkerisch: Stifte) noch deutlicher, sie verraten mir ausserdem dass das Volk noch eine Königin hat (imkerisch: weiselrichtig ist, Weisel = Königin), die auch wieder Eier legt. Rechts unten ist noch eine frische Wachsschuppe zu sehen – die Bienen haben also ihre Bautätigkeit wieder aufgenommen, ebenfalls ein Hinweis auf Brut.
Ohne die Bienen gestört zu haben weiss ich nun dass die Bienen eine Königin haben, diese wieder begonnen hat Eier zu legen und dass sie bereits ausfliegen um Futter zu suchen. Bei den momentanen Wetterbedingungen muss man allerdings trotzdem nochmal reingucken und den Futtervorrat kontrollieren, unter den gegebenen Bedingungen können durchaus noch Völker verhungern.