KnackBockBlog

The world shall perish not for lack of wonders, but for lack of wonder – JBS Haldane

Risiko Atomkraft

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Gestern gab es bei Phoenix eine interessant Reportage zum Thema Atomkraft. Interessant deshalb, weil sie einige mir völlig neue Aspekte ans Tageslicht brachte, die überzeugende Argumente gegen Atomkraft darstellen. Jeder sollte sich die Sendung selbst ansehen (läuft sicher öffentlich-rechtlich noch ein paar mal), ich will einige Aspekte hier nochmal erwähnen (quasi als Teaser):

Deutschland ist auf einen GAU oder gar SuperGAU offenbar gar nicht vorbereitet. Es ist nicht geklärt, wer denn bei einer eingetretenen Kernschmelze bzw höchster Gefahr am Reaktor überhaupt dorthin geschickt wird bzw vor Ort die Krise bekämpfen soll und darf (vom Können ganz zu Schweigen). Zum Teil setzt man wohl auf die Freiwillige Feuerwehr (kein Scherz)!
Weiterhin sind die Anwohner und Anlieger-Gemeinden nicht vorbereitet. Kindergärten in Krümmel kennen ihre Evakuierungspläne nicht („Wir sammeln uns draussen“) und die Versorgung mit Jodtabletten ist unausgereift.

Unausgereift (um nicht zu sagen lächerlich) scheint auch der Schutz gegen Flugzeuge zu sein. Hierzu wird in einigen Anlagen mit Verneblern gearbeitet, die den Reaktorblock hinter einer Nebelwand verschwinden lassen. Dummerweise vernebelt man nur den Reaktorblock, Kühltürme und andere Orientierungspunkte in unmittelbarer Nähe bleiben sichtbar. Statt auf den Reaktorblock steuert der Terrorist dann eben auf die Nebelwand links neben dem Kühlturm…

Die Reportage zeigt auch die Durchführung einer Übung in der deutschen Reaktorschule (die ich bei Google irgendwie nicht ohne weiteres finden kann?) sowie Originalaufnahmen eines Kamerateams das während einer Störung in der Leitwarte von Brokdorf filmte. Da sowohl Übung als auch Ernstfall vom Fachpersonal letztlich gleich beantwortet wurden, gehe ich davon aus dass das gezeigte Verhalten das normale bzw. angestrebte ist. Das Ernüchternde ist nun wie die Maßnahmen der Reaktorfahrer (nennt man die so?) aussehen:
Sie gucken in den Handbüchern nach, was denn denn das Problem sein könnte.
Nochmal: Alarm geht los, Leuchte X blinkt –> man holt die Handbücher raus und beginnt zu suchen, was könnte das Problem sein, was müssen wir jetzt tun.

Hier gibts die Szene auch auf youtube, ich glaube aber etwas kürzer:

Ich weiss nicht, ob das Problem in der übermässigen Komplexität der verschiedenen Systeme und dem Übermaß an Information liegt; oder ob einfach am Personal gespart wird. Eine gezielte Reaktion auf eine Störung stelle ich mir jedenfalls anders vor. So oder so spricht es aber gegen die ultimative Beherrschbarkeit dieser Technik durch den Menschen, erst recht bei dem was auf dem Spiel steht.

Risiko Atomkraft auf Phoenix

Autor: knackbock

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