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The world shall perish not for lack of wonders, but for lack of wonder – JBS Haldane

Hygiene im wissenschaftlichen Prozess: Neues aus Borstel

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Silvia Bulfone-Baus (SBP) erhielt am 16. März Unterstützung durch einen offenen Brief, verfasst von 25 Unterzeichnern, zumeist Professoren aus den Biowissenschaften.

Ein paar Auszüge (Hervorhebung durch mich):

We are appalled that a victim of scientific fraud is now punished so harshly and unfairly

Ja nee, is klar… Silvia Bulfone-Paus ist das Opfer in dieser Geschichte. Ach so!

Also, key here is what level of punishment is to be considered appropriate for supervisory inattention.

Jein. Aber dass die Unterzeichner, vermutlich meist in ähnlicher Position wie SBP, möglichst geringe bis keine Strafen für „supervisory inattention“ befürworten, kann sich jeder denken. Trotz „supervisory inattention“ sind sie dann aber Senior-Autoren bei allen Publikation, ist ja logisch!

Considering that all manuscripts are subject to expert peer review, that all co-authors share at least some of the responsibility for a professional and truthful generation of the manuscript and that the final decision on the fate of each published manuscript lies in the hands of the journal’s editor and his/her editorial team, it cannot be justified that the entire responsibility for covert manipulations/duplications committed by other individuals should solely rest on the shoulders of the principal investigator.

Die anderen sind aber genauso Schuld! Tolle Wurst! Die Verantwortlichen in Borstel können nun mal nur vor ihrer eigenen Tür kehren.

Die Zitate der Antwort aus Borstel sprechen für sich selbst. Gleichzeitig werfen sie ein interessantes Licht auf die Unterzeichner des offenen Briefes:

Silvia Bulfone-Paus received repeated warnings (in writing) from her former co-worker, Dr. Karin Wiebauer, as early as January 2004 on inappropriately labeled and presented data.

D.h., bereits 2004 wurde SBP auf die entsprechenden Vorgänge aufmerksam gemacht, verblieb aber trotzdem die nächsten fünf Jahre im Modus „supervisory inattention“.

A detailed description of the manipulations performed on a number of Western Blots was communicated to Silvia Bulfone-Paus on November 4, 2009 by Dr. Wiebauer.

It was however, not until February 29, 2010, that Silvia Bulfone-Paus informed the Leibniz Center’s directorate about the allegations

Wie im Blog des Laborjournals zu lesen, waren die Probleme zu diesem Zeitpunkt ohnehin bereits öffentlich, da konnte SBP wohl nicht anders.

Mir ist völlig schleierhaft, wie man jemanden der sechs Jahre lang explizite Hinweise auf Manipulation an der eigenen Forschung vertuscht hat, ernsthaft als lediglich ’supervisory inattentive‘ und letztlich als Opfer wahrnehmen kann. Welche Art von Wissenschaftsverständnis haben diese Leute? Ist es Zufall, dass die Mehrzahl der Unterzeichner Professor, Direktor oder zumindest ‚Principle Investigator‘ in der Signatur haben?

Leibniz Zentrum Borstel: Die Briefe

Gesehen beim Laborjournal bzw. Laborjournal-Blog.

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Autor: knackbock

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