KnackBockBlog

The world shall perish not for lack of wonders, but for lack of wonder – JBS Haldane

Geisterautoren und andere Rätsel

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Drüben bei Retraction Watch erregt ein Vorfall gerade besondere Aufmerksamkeit.

Ein Wissenschaftler entdeckte ein Plagiat einer eigenen Veröffentlichung und meldete dies umgehend der verantwortlichen Zeitschrift sowie dem Dekan der Universität des Plagiators. Soweit (leider) normal. Der Artikel wird natürlich zurückgezogen.

Interessant wird es aber bei der Antwort der Universität: Der plagiierende Autor ist dort nicht bekannt. Auch der Veranwortliche der betroffenen Zeitschrift konnte den Plagiator nicht auftreiben.

Es scheint also, als hätte jemand ein Paper unter falschen Namen eingereicht. Da drängt sich natürlich sofort die Frage auf, wozu denn eigentlich – denn eine nicht existente Personen braucht ja nicht auf „eigene“ Veröffentlichungen bei einer Bewerbung verweisen. Oder die eigene Forschung voranzutreiben…

Interessanterweise werden in den Kommentaren weitere ähnliche Fälle benannt, außerdem scheint es neben gefälschten Autoren auch noch gefälschte Institutionen zu geben.

Falls das tatsächlich keine Ausnahmeerscheinung sein sollte, stellt sich natürlich die Frage wer derartige Veröffentlichungen erstellt und zu welchem Zweck das getan wird. Und sobald man eine merkwürdige Art Humor oder sonstigen Motivationen privater bzw. persönlicher Natur ausschließt – was angesichts des Aufwands hinter einer solchen Publikation auch plausibel erscheint – bleibt auch die Frage, wer denn diese Art ‚Arbeit‘ finanziert.

In den Kommentaren wird fleissig spekuliert. Zeitschriften könnten so z.B. Inhalte/Autoren vortäuschen, die sie tatsächlich gar nicht haben. Und im oben erwähnten Fall ist interessant, dass die Publikation sich mit Materialwissenschaften befasst („Crack propagation and fatigue fracture is studied with an enriched meshless method“). Wie ein Kommentator bemerkt, könnten derartige Fachpublikationen bei Gutachten eine gewichtige Rolle spielen: Sei es, um eine Person fachlich qualifiziert erscheinen zu lassen oder um gewisse Aussagen in einem seriösen Rahmen zu platzieren. Und bei Gutachten zur Materialermüdung könnte für die eine oder andere Seite viel Geld im Spiel sein.

Honi soit…

Autor: knackbock

Vielseitig

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