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The world shall perish not for lack of wonders, but for lack of wonder – JBS Haldane

Angriff der Schleimaale

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ResearchBlogging.orgSchleimaale oder Inger sind ein basales Taxon innerhalb der Wirbeltiere. Zumindest waren sie das mal… ihre genaue Position innerhalb der Systematik ist wohl nicht eindeutig und wird diskutiert. Basal bleiben sie aber auf alle Fälle; mit Chorda und ohne Kiefer wird ihnen da wohl auch nix übrig bleiben.

Immerhin macht sie das enorm beweglich, sie können einen Knoten in sich selbst machen. Das Nutzen sie zum Abstreifen alter Haut- und Schleimreste, aber auch um Stückchen aus einer größeren Beute herauszulösen, wobei der eigene Körper als Widerlager dient (sie haben ja keinen Kiefer). Ihren Namen tragen sie aufgrund ihres Verteidigungsmechanismus: Aus einer Vielzahl von großen, mehrzelligen Schleimdrüsen wird durch die Hautmuskelschicht blitzartig eine Menge zäher Schleim freigesetzt. Der Schleim verstopft den Feinden dann Maul und Kiemen.

Äußerlich erinnern sie stark an Neunaugen, mit denen sie früher auch die „Agnatha“ gebildet haben. In Tierfilmen aus der Tiefsee hat der eine oder andere sicher schon Schleimaale gesehen. Es gibt eindrucksvolle Bilder von riesigen Walkadavern mit hunderten von Schleimaalen darauf. Sie ernähren sich nämlich hauptsächlich von dem, was im Meer tot zu Boden sinkt. Zudem erbeuten sie Bodenarthropoden und kleinere Benthosorganismen, aber als wichtigste Nahrungsquelle gilt Aas.

Hagfish predatory behaviour and slime defence mechanism. Scientific Reports 27 October 2011 Volume: 1, Article number: 131 DOI: doi:10.1038/srep00131

Hagfish predatory behaviour and slime defence mechanism. Scientific Reports 27 October 2011 Volume: 1, Article number: 131 DOI: doi:10.1038/srep00131

Diese netten Beisserchen können sie aber auch noch anders einsetzten: Offenbar sind Schleimaale durchaus Willens, Beute zu machen. Davon gibt es Videoaufnahmen, die Forscher aus Neuseeland und Australien jetzt in Scientific Reports veröffentlicht haben. Ein Schleimaal, Neomyxine spec. erbeutet einen Bandfisch. In 97m Tiefe sieht man den Schleimaal in die Höhle des Bandfisches eindringen und mit der erlegten Beute wieder auftauchen.

Zintzen, V., Roberts, C., Anderson, M., Stewart, A., Struthers, C., & Harvey, E. (2011). Hagfish predatory behaviour and slime defence mechanism Scientific Reports, 1 DOI: 10.1038/srep00131

Autor: knackbock

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