KnackBockBlog

The world shall perish not for lack of wonders, but for lack of wonder – JBS Haldane

Wer bekämpft wissenschaftliches Fehlverhalten? Nature will, aber kann nicht.

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ResearchBlogging.orgNature hat in einem Editorial (leider hinter einer Paywall) die Frage nach der Bekämpfung von wissenschaftlichem Fehlverhalten aufgegriffen. Der Text geht nicht sonderlich tief und schneidet einige Probleme allenfalls an, andere fallen unter den Tisch, und somit verschafft der Text deutlich weniger Erkenntnisgewinn als z.B. eine Diskussion drüben bei Retraction Watch.

Einen Absatz will ich aber aufgreifen. Immerhin kommt der namenlose Autor schon mal auf den naheliegenden Gedanken, die Zeitschriften selber könnten durchaus einen Beitrag leisten. Vielleicht erst recht, wenn sie Nature heissen?

Could publications such as this one do more to deter cheats?

Leider offenbar nicht. Schuld sind die Gesetze, man hat Angst vor Verleumdungsklagen.

Unfortunately, we are often in no position to flag up even proven cases of misconduct, and thereby highlight the risks that miscreants run with their careers. Yes, it is a journal’s primary job to clean up the literature, but when papers are retracted owing to misconduct, the libel laws (again) often prevent our editors from saying so.

Immerhin:

We know that this leaves the affected communities frustrated and in the dark. It leaves us frustrated, too.

Marie-Lan Nguyen / Wikimedia Commons

Marie-Lan Nguyen / Wikimedia Commons

Der Punkt ist also schnell gemacht, und die Zeitschriften sind – schwupps – aus der Verantwortung (Interessant wäre an dieser Stelle, ob denn die ganzen Erklärungen/Versicherungen die man lange vor der Publikation abgibt, so gar keinen juristischen Wert haben). Wer bleibt also noch?

So, with journals unable to push towards greater integrity and universities often unwilling to do so, should funding agencies be leading the charge? It is, after all, their money that is wasted if misconduct does occur.

Richtig. Und wenn man schon das Geld ins Spiel bringt, kann man sich natürlich auch fragen, wer in dem ganzen Spiel den eigentlich massiv monetär profitiert. Und daher vielleicht gar nicht so wahnsinnig Interesse an quantitativ und qualitativ weniger spektakulären, aber wissenschaftlich hochwertigeren Publikationen hat. Gut das die Journals an dieser Stelle schon aus dem Spiel sind – die wollen zwar, können aber ja wegen der Gesetze nicht…

Nature selbst ist im Umgang mit entsprechenden Fällen übrigens keinesfalls unumstritten (falls da wirklich jemand zweifel dran haben sollte…):
Retraction Watch: You can do that? A massive correction in Nature, but no retraction
Die Kommentare nicht vergessen.

Anonymous Editorial (2012). Face up to fraud Nature, 481 (7381), 237-238 DOI: 10.1038/481237b

Autor: knackbock

Vielseitig

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