KnackBockBlog

The world shall perish not for lack of wonders, but for lack of wonder – JBS Haldane

Der Schwarm (und sein Preis)

2 Kommentare

Vor einigen Tagen habe ich meinen ersten Bienenschwarm gefangen. Er saß in einem bewachsenen Zaun auf einem kleinen Spielplatz, zum Glück in praktischer Arbeitshöhe.

Der Schwarm

Einen Schwarm zu fangen ist eigentlich ganz einfach. Man macht ihn ordentlich nass, dann rücken die Bienen enger zusammen und es fliegen nicht ganz so viele auf. Außerdem haben die Bienen dann auch noch eine Wasserreserve für später. Ist der Schwarm bequem erreichbar (was nicht die Regel ist), kann man noch in Ruhe störende Zweige etc entfernen. Bienen im „Schwarmmodus“ sind ausnehmend friedlich (Profis machen dass auch in Flip-Flops, Shorts und Unterhemd, aber ich bin ja keiner…).

Um das Einschlagen zu vereinfachen und möglichst viele Bienen zu erwischen, werden Zweige entfernt

Dann befördert man die Bienen mit einem kräftigen Schlag in ein geeignetes Gefäß, das man flott verschliessen sollte.

Der Schwarm wird eingeschlagen

Der Schwarm war recht gross und der Tag sehr warm. Daher gab es sicherheitshalber nochmal etwas Feuchtigkeit (man beachte die rechte Hand im Naturzustand…).

Vor dem Abtransport werden die Bienen nochmal befeuchtet

Fertig zum Abtransport. Nicht eingefangene Bienen sammeln sich von aussen an der Lüftungsfläche, ein Zeichen dafür dass drinnen etwas ist was sie anzieht – also die Königin. Die sind auch ganz brav mit Auto gefahren🙂

Nicht eingefangene Bienen sammeln sich aussen auf dem Schwarmfangeimer - ein Zeichen dafür, dass die Königin im Eimer sitzt

Eine Biene (von den 30.000 bis 40.000) hat mich doch gestochen als ich den Schwarm eingeschlagen habe. An der rechten Hand. Den ganzen nächsten Tag habe ich dann bei der Honigernte geholfen, leider zeitweise in Handschuhen mit einer scheuernden Innennaht. Als Finger und Hand dann wunderbar angeschwollen waren, habe ich mir zu allem Überfluss den Finger noch gestossen. Hat der in dem Zustand nicht so gut vertragen und sah im Resultat dann so aus:

Der Preis des Schwarms

In der Apotheke fiel am nächsten Tag mehrfach das Wort „Bl*tverg*ftung“… ich habe mich trotzdem auf meine Diagnose verlassen und es bei Kühlung, erhöhter Lagerung und Cortison-Salbe belassen. Ging auch.

Eine Imkerregel zum Thema Schwarm besagt übrigens:
Schwarm im Mai, ein Fuder Heu,
Schwarm im Jun, ein Suppenhuhn,
Schwarm im Jul, ein Federspul

Ein Schwarm im Juli soll also vergleichsweise wenig Wert haben… wir werden sehen. Abgesehen davon, dass die Entwicklung dieses Jahr sowieso eher atypisch verläuft, sitzt der Schwarm immerhin auf zwei Zargen Zander. Ist also deutlich grösser als so mancher Ableger aus dem Mai.

Alle Fotos mit Bienen wurden mir freundlicherweise von Jens Obelgönner zur Verfügung gestellt. Das Foto von meiner rechten Hand hat meine linke gemacht.

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Nachtrag zur Klarstellung wegen einiger Zugriffe über Suchmaschinen: Das obige Bild zeigt eine Hand mit Bienenstich und nichts anderes!

Autor: knackbock

Vielseitig

2 thoughts on “Der Schwarm (und sein Preis)

  1. Alter, welch Heldentat!!! Ich krich ja schon schwitzige Hände beim Anblick der Fotos. Respekt!!!

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