KnackBockBlog

The world shall perish not for lack of wonders, but for lack of wonder – JBS Haldane

Schavahnsinn

4 Kommentare

Im übrigen gilt ja hier derjenige, der auf den Schmutz hinweist, für viel gefährlicher als der, der den Schmutz macht.

Kurt Tucholsky

Die Welt zur Plagiatsaffäre. Unfassbar.

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Autor: knackbock

Vielseitig

4 Kommentare zu “Schavahnsinn

  1. Es kommt einem einfach zunächst so vor, als wenn irgendeiner oder mehrere ein bisschen zu viel Zeit haben und jetzt in den Doktorarbeiten von Politikern wühlen und versuchen ihnen mit aller Gewalt Dreck am Stecken nachzuweisen. Es sieht schon so aus, als wenn da jemand ganz persönlich was gegen eine/n Politiker/in hat und dann einfach mal Köpfe rollen lässt. Aber bekommen wir dadurch automatisch bessere Politiker? Ich kann ja verstehen, dass der gemeine Bürger in der Politik Mitspracherecht haben möchte, ich will das auch und bin für die Einführung vom Volksentscheid. Es stellt sich mir aber die Frage, ob es sich hierbei nicht vielleicht einfach auch um Neid handelt… „Der/die hat nen Doktor und ich nicht und darf in der Politik mitmischen! Das ist ungerecht!“ Schließlich geben die Personen, die recherchieren ihre Beweggründe nicht bekannt. Kann aber auch sein, dass es der Person zufällig auffällt, weil sie selbst gerade eine Arbeit verfasst und ihr dabei die Doktorarbeiten der Politiker sowie die Originale in die Hände „fallen“. Man weiß es nicht…

  2. Ich verstehe das nicht. Wieso spielt es eine Rolle ob da jemand neidisch war? Was ist, wenn jemand die Unfallflucht seines Nachbarn anzeigt, aber nur weil er auf dessen Mercedes neidisch ist? Was ändert das? Die Unfallflucht dann nicht verfolgen, weil sie aus „niederen Motiven“ zur Kenntnis gebracht wurde? Und macht das die Unfallflucht irgendwie moralisch weniger verwerflich?

    Das „zuviel Zeit“-Argument kann ich auch nicht verstehen. Es ist jedem weitgehend selbst überlassen, womit er seine Zeit verbringt. Andere Leute angeln, schicken ihr Kind oder ihren Hund auf Schönheitswettbewerbe, züchten Nacktkatzen oder ‚cruisen‘ mit ihrem GTi sinnlos durch die Landschaft. Ist das irgendwie besser?

    Eine Doktorarbeit bezeugt die Kompetenz ihres Urhebers, eigenständig wissenschaftliche Leistungen zu erbringen. Dieser Masstab muss unabhängig davon gelten, wer ihn wann, wo oder aus welchen Motiven anwendet.

    Jemand der anonym Hinweise auf Mißstände gibt, die sich bei Überprüfung als wahr und zutreffend herausstellen, ist keinesfalls ein Nestbeschmutzer, eine Kriminelle oder auch nur ein „anonymer Machtbürger“. Selbst ‚Informant‘ ist kaum ausreichen positiv konnotiert; und vielleicht ist es tatsächlich mal symptomatisch das es ein entsprechend neutral oder sogar positiv besetztes Wort im Deutschen nicht zu geben scheint.

    • Wo du gerade den Vergleich mit einem neidischen Nachbarn erwähnst, wo bleibt bei der ganzen Sache eigentlich der wirklich Geschädigte? Was ist mit dem Urheber? Geistiges oder anderes kreatives Eigentum zu klauen, kopieren und zu vervielfältigen halte ich nicht im Mindesten für einen Kavaliersdelikt. Was das anbelangt, verstehe ich überhaupt keinen Spaß. Schon alleine, wenn du jemandem ein Foto oder eine Illustration kostenlos zur Verfügung stellst, musst du höllisch aufpassen, dass der dich auch als Urheber nennt. Viele haben ja überhaupt keinen Respekt vor kreativer Arbeit und glauben dann doch tatsächlich das sei nun ihr Eigentum… :/

      Was mich an den Doktorarbeiten-Skandalen stutzig macht ist die Tatsache, dass momentan viel im Leben von Politikern gewühlt wird. Daher denke ich, dass man Politikern, die gerne den Mund zu voll nehmen und sich weit aus dem Fenster lehnen, eins auswischen und sie öffentlich hinrichten will. Bei Wulff hat es ja auch geklappt und dessen Verhalten fand ich mehr als unakzeptabel. Um Guttenberg ist es auch nicht schade, denn der Mann war nicht sonderlich kompetent auf seinem Gebiet.

      Meines Wissens, aber du kannst mich da gerne berichtigen, beschäftigt sich die Presse z.B. mit keinem Doktor egal welcher Disziplin, der nicht Politiker ist und der in seiner Arbeit un- oder absichtlich fremdes geistiges Eigentum zu seinem Eigen gemacht hat. Ich frage mich halt, ob dieses Phänomen wirklich blanker Zufall oder aber eben z.B. von Journalisten gesteuert ist. Es gibt doch bestimmt noch viel mehr Doktoren, die in ihren Arbeiten schlampig vorgegangen sind, und danach kräht kein Hahn… Findest du das nicht auffällig?

      • Bei Guttenberg hat einer der plagiierten geklagt, hatte aber keinen Erfolg. Und das obwohl der noch „geisteswissenschaftlich tätig“ war, man ihm also in gewissem Sinn tatsächlich geschadet hat. Deutsche Rechtskultur.

        Journalisten machen nicht die Arbeit hinter den Plagiatsprüfungen. Das sind tatsächlich lose Verbünde von Privatpersonen, die das in ihrer Freizeit machen. Also „Schwärme“ wie z.B. bei Wikipedia. Journalisten schreiben da hinterher drüber, wenn die Arbeit getan ist und die Fakten auf dem Tisch liegen.
        Das ist übrigens auch ein interessanter Aspekt: Hätte sich ein Journalist in klassischer Manier hingesetzt und feinsäuberlich ein Plagiat der Wissenschaftsministerin dokumentiert und reherchiert, so würden doch die Kollegen von klassischem Enthüllungsjournalismus sprechen und loben. Machen es andere, so würdigt man diese als ‚Machtbürger‘ etc. herab. Ist schon bemerkenswert.

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