KnackBockBlog

The world shall perish not for lack of wonders, but for lack of wonder – JBS Haldane

Der Blick auf die Windel

2 Kommentare

Zu den wichtigsten imkerlichen Methoden gehört die Gemülldiagnose. Moderne Beuten sind unten offen, ein bienendichtes Gitter lässt den Bienen aber nur das Flugloch als Ein- und Ausgang. Unter dem offenen Gitterboden ist eine Schublade bzw ein Brett plaziert, die „Windel“. Auf der sammelt sich sämtlicher Abfall (hier durchaus wörtlich zu verstehen) des darüber wohnenden Bienenvolkes.

Der Müll eines Bienenvolkes erlaubt nun Rückschlüsse auf Zustand und Aktivität, und das ohne das man die Tiere weiter stören muss.

Hier ein Auschnitt einer Windel von letztem Freitag:
DSC_0657

Die vielen Krümel stammen von Wachs mit dem Futterwaben verschlossen waren, ich weiss also dass die Bienen reichlich Vorräte verbraucht haben. Ausserdem sieht man frisch eingetragenen Pollen (der orange Ballen mit der körnigen Struktur), ein Hinweis auf aktuelle Sammeltätigkeit und zu versorgende Brut. Letzteres wird natürlich durch die zwei Bieneneier (imkerisch: Stifte) noch deutlicher, sie verraten mir ausserdem dass das Volk noch eine Königin hat (imkerisch: weiselrichtig ist, Weisel = Königin), die auch wieder Eier legt. Rechts unten ist noch eine frische Wachsschuppe zu sehen – die Bienen haben also ihre Bautätigkeit wieder aufgenommen, ebenfalls ein Hinweis auf Brut.

Ohne die Bienen gestört zu haben weiss ich nun dass die Bienen eine Königin haben, diese wieder begonnen hat Eier zu legen und dass sie bereits ausfliegen um Futter zu suchen. Bei den momentanen Wetterbedingungen muss man allerdings trotzdem nochmal reingucken und den Futtervorrat kontrollieren, unter den gegebenen Bedingungen können durchaus noch Völker verhungern.

Autor: knackbock

Vielseitig

2 thoughts on “Der Blick auf die Windel

  1. Bietest du deinen Bienenvölkern etwas an, wenn sie draußen in der Natur zu wenig finden?

  2. Hallöchen!
    Ja, auf jeden Fall. Momentan besteht auch noch die Möglichkeit, das Völker verhungern, das ist aber natürlich individuell verschieden. Das stark milbengeschädigte Volk hat z.B. so schwach überwintert, dass die kaum etwas verbraucht haben. Die sind also noch versorgt. Die anderen sind hingegen in der kurzen Wärmephase stark in Brut gegangen, dass wird nun in Verbindung mit den Temperaturen zum Problem: Zum einen muss die Brut gewärmt werden, und je kälter es ist desto mehr Futter kostet das natürlich. Zum anderen verhindert die Kälte das die Bienen sich selber was suchen, denn sie sammeln nur ab Temperaturen um die 10°.

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