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The world shall perish not for lack of wonders, but for lack of wonder – JBS Haldane

Drohnen

3 Kommentare

Der Schlupf eines Drohns. Drohnen sind die männlichen Tiere der Westlichen Honigbiene (Apis mellifera). Je nach Betriebsweise gibt der Imker einige Rähmchen, auf denen das Volk ausschließlich Drohnenzellen anlegt. Da die Drohnen deutlich massiger als die Arbeiterinnen sind, müssen die Zellen entsprechend grösser sein. Sobald die Zellen verdeckelt sind, entfernt man dann die Drohnenbrut und die in ihr eingeschlossenen Milben aus dem Volk. Man erkennt im Bild gut, dass die Zelldeckel aus zwei Schichten bestehen. Von außen verschließen die Ammenbienen zunächst mit Wachs, wie bei der Zelle links oben. Bei älteren Zellen wird die Wachsschicht dann wieder entfernt und zum Vorschein kommt der innere Verschluss aus Seide, also dem Kokon der Bienenmade, hier bei dem Zelldeckel rechts von dem schlüpfendem Drohn. Dem Imker gibt dies einen Hinweis auf das Alter und den Schlupfzeitpunkt der Zellen.

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Ein Kollege ist schon etwas weiter und hat es fast aus seiner Zelle geschafft. An den Zellen rechts von ihm sieht man deutlich die zwei unterschiedlichen Schichten der Zelldeckel.

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Geschafft! Ein frisch geschlüpfter Drohn in voller Pracht. Bis die fliegenden Gameten den Stock das erste Mal verlassen vergeht noch eine Weile. Im und am Stock wirken die Drohnen tapsig, laut und unbeholfen. Sieht man sie aber mal in Aktion, so traut man seinen Augen kaum: Pfeilschnell und wendig verfolgen sie die Königin beim Begattungsflug. Deutlich schneller und wendiger als jede Arbeiterin!

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Der Grund für das regelmässige Schneiden der Drohnenbrut. Mit den Drohnen schlüpfen die Varroa-Milben. Hier handelt es sich um ein adultes Weibchen, welches sich bereits in einer Zelle vermehrt hat. Die Brutparasiten vermehren sich besonder gut in der Drohnenbrut. Hier haben sie zum einen am längsten Zeit (d.h. Drohnenbrut ist am längsten verdeckelt), zum anderen dauert die Entwicklung der Maden auch länger, die Chancen von einer Ammenbiene zu einer Drohnenzelle gebracht zu werden sind also höher. Vermutlich spielen gewisse olfaktorische Reize ebenfalls eine Rolle, bei ihre ursprünglichen Wirt Apis cerana befallen die Milben nur die Drohnenbrut.

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Der Blick in eine befallene Zelle. Charakteristisch ist der weiße Kot, der immer an der hinteren Zelldecke abgelegt wird (es sind sehr reinliche Milben). Außerdem sieht man zwei junge Milben: Die rechte ist ein junges geschlechtsreifes Tier (zu erkennen an der beginnenden Sklerotosierung des Rückenschilds, sieht man in dieser Auflösung schlecht). Diese Milbe verlässt beim Schlupf der Biene ebenfalls die Zelle und sucht sich zunächst eine Biene an der sie ihren mehrtägigen Reifefraß vollzieht. Dann begibt sie sich in eine Zelle kurz vor der Verdeckelung und beginnt mit der Vermehrung.
Die andere Milbe ist ein Larvenstadium (Deutonymphe) oder ein Ruhestadium (Chrysalis). Da sie ihre Entwicklung noch nicht abgeschlossen hat, stirbt sie und kann dem Bienenvolk nicht weiter schaden. Hier wird aber deutlich, wie wichtig die Verdeckelungszeit ist: haben die Milben nur wenig mehr Zeit in den Zellen, so erhöht sich ihre Vermehrungsrate deutlich!

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Einer der Vorteile einer Massentracht (in diesem Fall Robinie): Feinster Wabenhonig aus dem Drohnenrahmen. Lecker!

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Autor: knackbock

Vielseitig

3 thoughts on “Drohnen

  1. Der Wabenhonig sieht super lecker aus! Robinienhonig kenne ich noch nicht. Kannst du die Geschmacksnote beschreiben? Und wie sieht das Schneiden der Drohnenbrut aus? Entfernst du die Rahmen der Männchen bevor sie geschlüpft sind, damit du mehr Milben erwischt?

    • Ahoi! Wabenhonig ist immer lecker und mein Favorit. Leider ist die Produktion nicht soo einfach, ich vermute man braucht zur Massentracht ein sehr starkes Volk.
      Robinienhonig ist ein sehr dezenter Honig. Sehr hell, bleibt flüssig und schmeckt allenfalls intensiv nach Honig (besser kann ich es nicht beschreiben). Ich persönlich mag ihn deshalb nicht so, ist eben relativ langweilig. Andere schwören darauf… wie das eben so ist😉
      Zur Entfernung der Drohnenbrut schneidet man entweder die gesamte (verdeckelte) Wabe aus dem Rähmchen oder man tausch gegen ein neues, natürlich vor dem Schlupf der Drohnen. Ist keine schöne Sache, aber ein Standbein im Kampf gegen die Milbe und immerhin ohne dem Volk Säure oder sonstige Mittel zuzumuten!

      • P.s.: Robinienhonig wird bei uns eigentlich immer als Akazienhonig angeboten, weil die Robinie auch Falsche Akazie heisst. Ist irgendwie irreführend, hat sich aber so eingebürgert. Echte Akazien gibt es ja kaum mal, obwohl ich hier tatsächlich 2 Bäume kenne. In Bremen kenne ich allerdings keinen.

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