KnackBockBlog

The world shall perish not for lack of wonders, but for lack of wonder – JBS Haldane

Eine Biene mehr

Ein Kommentar

Seit kurzem habe ich eine Biene mehr. Das klingt für einen Imker zunächst wenig aufregend, man ist eher gewöhnt in hunderten bis tausenden zu denken (es sei denn, es geht um eine Königin – die nützt einem alleine aber auch nichts…). Es ist allerdings keine Honigbiene, sondern eine solitäre Mauerbiene, genauer gesagt die Gehörnte Mauerbiene (Osmia cornuta). Bereits in den vorigen Jahren ist mir aufgefallen, dass diese Art in Bonn sehr häufig ist und auch in einigen Fenstern meiner Wohnung zu nisten scheint. Dieses Jahr habe ich es endlich geschafft und eine einfache Nisthilfe angeboten. Ich habe einfach ein paar Löcher in einen Holzklotz (Reste einer Leiste aus dem Baumarkt) gebohrt und diesen auf dem Balkon ausgelegt.

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Es hat auch nicht lang gedauert, da kam ein erstes Weibchen zur Inspektion. Auf dem Foto erkennt man auch woher diese Art ihren Namen hat, nämlich von den kleinen Hörnchen am Kopf der Weibchen (cornuta = gehörnt). Ein paar Pollenreste kleben da auch noch. Die Mauerbienen sind durch ihr dichtes Haarkleid sehr gut isoliert und fliegen so sehr früh im Jahr, und außerdem auch bei deutlich schlechterem Wetter als die Honigbiene (da kommt der Imker direkt ins Grübeln….).

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Das zukünftige Nest wird zunächst gereinigt. Ein Teil des unerwünschten Materials bleibt von alleine im dichten Pelz hängen, anderes wird gezielt herausgeschafft. Oben links sieht man den grauen Verschluss des ersten Gangs, da ist bereits ein fertiges Nest drin und die Biene hat es mit Lehm zugemauert.

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Hier ist der Gang schon deutlich aufgeräumter.
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Dann wird Pollen gesammelt und anschliessend eingetragen. Es handelt sich um ein Liniennest, d.h. die Brutzellen bzw -kammern, jede mit einem Ei und eigenem Pollenvorrat, liegen hintereinander. Die vordersten müssen also zuerst schlüpfen, ehe die hinteren eine Chance haben hinauszugelangen. Die Männchen fliegen früher als die Weibchen (sie erwarten sie quasi bei Schlumpf bzw fangen sie regelrecht ab), entsprechend liegen ihre Kammern vorne am Ausgang.

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Die Männchen kümmern sich ausschließlich um die Begattung von Weibchen und wirken weder am Nest noch an der Versorgung mit. Sie sind einfach konstant auf der Suche nach unbegatteten Weibchen. Bei O.cornuta sind sie leicht an der weissen Gesichtsbehaarung zu erkennen, außerdem sind sie etwas kleiner (und ihnen fehlen die Hörnchen, aber das kann man nicht ohne weiteres erkennen).

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Autor: knackbock

Vielseitig

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