KnackBockBlog

The world shall perish not for lack of wonders, but for lack of wonder – JBS Haldane


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Gift in der Bienennahrung

Eine vergiftete Biene?

Eine vergiftete Biene?

Greenpeace stellt einen neuen Report zur Pestizidbelastung des von Bienen eingetragenen Pollens und seiner Lagerform, dem Bienenbrot, vor. Pollen ist die ausschließliche Eiweißquelle der Bienen und ihrer Brut.

In 72 von 107 Pollenproben (67,3%) wurden Rückstände von mindestens einem von 53 nachgewiesenen Pestiziden (22 Insektizide/Akarizide, 29 Fungizide und 2 Herbizide) gefunden.

In 17 von 25 Proben Bienenbrot (68%) wurden mindestens eins von 17 nachgewiesenen Pestiziden (9 Insektizide/Akarizide und 8 Fungizide) gefunden.

Mehr als die Hälfte des Pollens, sowohl frisch von der Pflanze als auch in der Vorratshaltung, ist pestizidbelastet. Entsprechend gross ist also auch der Anteil der mit belastetem Futtersaft aufgezogenen Larven, zusätzlich zur Exposition der Sammlerinnen.

Quelle: greenpeace.de – Gift im Pollen

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Spendenaufruf zum Schutz der Bienen

Spendenaufruf:
Die Bienen brauchen dringend Ihre Unterstützung!

Hochgiftige Pestizide und genmanipulierte Lebensmittel sind eine große Gefahr für Biene, Mensch und Natur. Das Bündnis zum Schutz der Bienen ergreift neben dem wissenschaftlichen und politischen Weg juristische Maßnahmen gegen die destruktive Agrarchemie. Aktuell stehen wir vor dem Europäischen Gerichtshof und sind dringend auf Ihre Spende angewiesen!

Nur wenn wir in den nächsten Wochen nicht in der Lage sind die notwendige Summe (etwa 190.000 Euro!) für die anfallenden Verfahrenskosten – inklusive wissenschaftliche Untersuchungen, Rechtsanwälte, Gutachten- und Gerichtskosten – zu sammeln, können wir den Rechtsstreit weiter führen. Andernfalls haben die Großkonzerne wieder den Weg frei zur Durchsetzung ihrer Interessen auf EU-Ebene. Mit den Herstellern der Insektizide klagen sieben weitere Verbände der Agrarlobby. Wir sind vor dem Europäischen Gerichtshof die einzige Lobby für die Bienen! Unterstützen Sie uns dabei, die Gesundheit für Bienen und Umwelt über das Profitinteresse der Agrarchemie-Industrie zu stellen!

Treuhandkonto des Bündnisses für Zuwendungen
. Treuhänder: Rechtsanwalt Bernhard Ludwig
. IBAN: DE75430609677031573700
. BIC: GENODEM1GLS
. GLS Gemeinschaftsbank eG
. Stichwort: „Rechtshilfe zum Schutz der Bienen“
(Spenden sind steuerlich nicht abzugsfähig)

Quelle und mehr: Mellifera e.V. Bienenschutz


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Ein Blick in die Zukunft?

Handbestäubung in China. Immerhin: Ein Schritt näher an der Vollbeschäftigung!

 

Dazu passt:

In the United States, domesticated bee populations have reached a 50-year low and keep dwindling. -washingtonpost.com

Honey bee losses double in a year due to poor winter.With overall losses at 33.8%, this year’s figures are the worst yet recorded. -BBC


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Bienensterben in den USA

Das Bienensterben in den Vereinigten Staaten erreicht neue Ausmaße. Für eine ausreichende Befruchtung in der Landwirtschaft fehlen offenbar 40-50% der Bienenvölker.

Mystery Malady Kills More Bees, Heightening Worry on Farms – nytimes.com


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Entzugserscheinungen oder: Notizen aus dem Tal der Ahnungslosen

Die philosophische Fakultät der Uni Düsseldorf hat der Bildungsministerin den Doktorgrad aberkannt. Nach eingehender Prüfung, wohlgemerkt. Um so erstaunlicher wirken nun die Stimmen, die sich aus den Reihen etablierter Zeitungen erheben – und gegen die Entscheidung der Uni argumentieren. Was man natürlich gerne tun kann, aber betrachtet man die „Argumente“, so kommt man ins Staunen.

Richten wir unseren Blick zunächst auf die Frankfurter Allgemeine. Hier geht man noch einigermassen konform mit dem Enzug des Doktors, bemängelt allerdings Ungerechtigkeit, denn:

Die Frage ist nur, wie vielen anderen auch der Doktorgrad aberkannt werden müsste, wenn ihre Dissertation überprüft würde. Darin liegt die Ungerechtigkeit der Plagiatsprüfung in den Dissertationen von Politikern.

Ah ja… weil es noch viele andere ungerechtfertigte Doktoren gibt, ist es ungerecht, der einen erwischten den Doktor zu entziehen. Also „alle oder keiner“, und da man alle wohl niemals erwischen wird, dann lieber keiner? Wer mag und geistig ausreichend gerüstet ist, darf an dieser Stelle ein kleines Gedankenexperiment wagen und für „Plagiat in der Dissertation“ mal eine andere Missetat einsetzen. Vielleicht macht das ganze dann mehr Sinn; ich bitte zu berichten.

Begeben wir uns nun in den Süden der Republik, nach München. Bei der Süddeutschen fallen deutliche Worte: „Warum der Titelentzug nicht richtig ist„. Zum Glück braucht es keinen langen Text um das herzuleiten, auch Argumente braucht es nur zwei:

Die Entscheidung ist juristisch vertretbar, dennoch ist sie nicht richtig. Zum einen war die Causa Schavan ein Grenzfall, das zeigt schon die lange Prüfung durch die Universität. Und das zeigt der Streit, den die Vorwürfe unter Wissenschaftlern entfacht haben. Zum Zweiten lag das Fehlverhalten der jungen Annette Schavan mehr als 30 Jahre zurück. All das hätte man berücksichtigen, die Zitierfehler rügen – und es dabei belassen können.

Interessant! Inwieweit die Dauer der Prüfung ein Argument für einen Grenzfall oder sonstwas ist, bleibt zumindest fraglich. Man könnte ja, insbesondere vor dem Hintergrund der exponierten und einflussreichen Position der Betroffenen, auch besondere Sorgfalt in Betracht ziehen. Wenn man denn wollte. Oder diese Möglichkeit argumentativ ausschließen. Wenn man denn könnte (die Frage, ob bei einem Grenzfall eine Entscheidung richtiger als die andere sein kann, lassen wir mal aussen vor).

Leider ist das zweite Argument nicht besser bzw ich erkenne keins. Was macht das für einen Unterschied wie lange das her ist? Wird die Arbeit dadurch besser? Sie genügt nicht den wissenschaftlichen Standards und hat das auch vor 30 Jahren nicht getan. Auf die Zitierfehler kommen wir später nochmal zurück. Was das Berücksichtigen dieser Argumente betrifft, so äussert sich der Fakultätsrat dazu:

Anschließend hat der Fakultätsrat alle Argumente gründlich gewürdigt, die zugunsten der Betroffenen anzuführen sind. Insbesondere gehören hierzu

der langen Zeitabstand, der seit der Anfertigung der Arbeit verstrichen ist,
sowie der Umstand, dass die Betroffene neben ihrer Promotion über keinen anderen Studienabschluss verfügt.

Auf der Gegenseite waren dagegen insbesondere festzuhalten,

die Qualität sowie der Umfang der festgestellten Plagiatsstellen und
das öffentliche Interesse am Schutz der Redlichkeit wissenschaftlichen Qualifikationserwerbs.

Hat man also getan. Nur ist das zuständige Fachgremium eben zu einem anderen Schluß gekommen. Vielleicht durch die lange und gründliche Auseinandersetzung mit dem Problem?

Schließen wir unseren Rundblick bei der Zeit. Nachdem di Lorenzo seinerzeit dem bekanntesten Dr.Strg-C ein schönes Forum bot, darf man hier wohl keine allzu kritisch Haltung erwarten. „Bloß nicht zurücktreten!“ heisst es hier. Der Autor bringt es in wenigen Zeilen auf den Punkt:

Doch Schavan hat keine Straftat begangen. Sie hat ein paar Anführungszeichen ausgelassen, im schlimmsten Fall mit Absicht, um ihre Arbeit ein bisschen besser erscheinen zu lassen.

Das mit der Straftat mag stimmen, vielleicht aber auch nicht. Immerhin hat sie eidesstattlich versichert, keine anderen als die angegeben Hilfsmittel verwendet zu haben (wie übrigens jeder Doktorand. Kann man wissen, wenn man über so etwas schreibt, muss man aber nicht). Kleiner Hinweis an die Zeit: In einer geisteswissenschaftlichen Doktorarbeit darf man unter „Hilfsmittel“ neben Papier und Bleistift gerne auch Literatur verstehen; ein konfokales Laser-Mikroskop dürfte die Ausnahme sein. Die verwendete Literatur muss man in der Dissertation angeben, Experten sprechen von sogenannten Quellen. Die wiederum müssen alle genannt werden, eben damit man die Leistung des Kandidaten von den verwendeten Quellen unterscheiden und somit überhaupt erst bewerten kann.

Und hier kommen wir zu den „paar ausgelassenen Anführungszeichen“ zurück. Gemeint ist letztlich dasselbe wie mit „Zitierfehlern“ bei denen man es „bei einer Rüge belassen“ hätte können. Das suggeriert, die Urheber der Textstellen seien immer genannt worden, lediglich textliche Formalien, etwa fehlende Anführungszeichen, seien zu bemängeln. Das ist falsch. Ganz wesentlicher Kritikpunkt an der Dissertation sind Stellen, in denen die tatsächliche Herkunft verschleiert wird und die tatsächlichen Urheber in der ganzen Arbeit nicht genannt werden. Und genau damit wird eine fremde Leistung als die eigene ausgegeben.
Das kann man, wenn man sich die Mühe von etwas Recherche macht (sofern man dieses hochtrabende Wort an Stelle von ‚googlen‘ gelten lassen möchte), zum Beispiel in der Presseerklärung des Fakultätsrats lesen (Hervorhebung durch mich):

Der Fakultätsrat hat sich nach dieser grundsätzlichen Klärung in seinen Beratungen nach gründlicher Prüfung und Diskussion abschließend die Bewertung des Promotionsausschusses zu eigen gemacht, dass in der Dissertation von Frau Schavan in bedeutendem Umfang nicht gekennzeichnete wörtliche Übernahmen fremder Texte zu finden sind. Die Häufung und Konstruktion dieser wörtlichen Übernahmen, auch die Nichterwähnung von Literaturtiteln in Fußnoten oder sogar im Literaturverzeichnis ergeben der Überzeugung des Fakultätsrats nach das Gesamtbild, dass die damalige Doktorandin systematisch und vorsätzlich über die gesamte Dissertation verteilt gedankliche Leistungen vorgab, die sie in Wirklichkeit nicht selbst erbracht hatte.

Und wer ein allzu skeptischer (oder gründlicher?) JournalistGeist ist, der kann noch weiter nachforschen und dann sogar die konkrete Analyse der Dissertation finden (und sogar runterladen). Und zwar inklusive genauer Auflistung von Plagiaten und Originalen sowie der verschiedenen Arten von Plagiaten (sie erfindet sogar eine „Phantompublikation“!):

schavanplag


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Die TU Berlin empfiehlt sich und erodiert den Doktortitel

Im Sommer 2011 begann VroniPlag mit der Untersuchung der Doktorarbeit von Jg, seines Zeichens Bürgermeister der Gemeinde Forst und FDP-Politiker. Die Arbeit erregte etwas Aufmerksamkeit, u.a. wegen der Tatsache dass aus der Super-Illu zitiert wurde, und schnell orakelten einige Zeitungen den Titel als verloren.

Die zuständige Hochschule TU Berlin hat jetzt das Verfahren abgeschlossen und Jg den Doktor nicht aberkannt.

[…]Der Promotionsausschuss kam zu dem Schluss, dass die wissenschaftliche Qualität der Dissertation von Herrn Dr. Goldschmidt nicht in Frage gestellt werden kann. Damit bleibt eine wesentliche Voraussetzung für die Verleihung des akademischen Grades nach wie vor bestehen. Außerdem konnte eine Täuschungsabsicht nicht erkannt werden. Es liegen in der Dissertation Mängel in der Zitierweise vor. Diese wirken sich allerdings nicht auf die Eigenständigkeit der wissenschaftlichen Leistung aus. Die TU Berlin erteilt Herrn Dr. Goldschmidt die Auflage, innerhalb einer bestimmten Frist seine Dissertation unverändert, aber mit korrekter Zitierweise vorzulegen. Die Frist beträgt sechs Monate.[…]

Und das vor dem Hintergrund von momentan 32,16% Seiten mit Plagiaten (z.B. Pressemitteilungen des ADAC „Senioren kommen in Fahrt„); Quellen wie Super-Illu oder (immerhin!) Tagesschau sowie Übernahmen aus Wikipedia… aber eben alles kein Problem fürs Promovieren an der TU Berlin.

Die Idee mit dem Nachbessern scheint (noch?!) eine Berliner Spezialität zu sein, die Charité hatte sich diesbezüglich ja auch schon hervorgetan…

By Jastrow (Own work (own picture)) [Public domain], via Wikimedia Commons

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